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Schulmassaker und die Killerspiele 3. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Grundlegendes, Journalismus / Neue Medien, Private Netzwelten.
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„Alle Käufer von sogenannten „Killerspielen“ gehören in den Knast!“

Das ist glücklicherweise noch nur die Meinung von Günther Beckstein und einigen wenigen Querköpfen. Doch das Image der Computerspieler wird aufgrund irreführender Medienberichte mehr und mehr in den Dreck gezogen. Gestern ist laut www.theinquirer.net ein chinesischer Jugendlicher verhaftet worden, weil er eine Counterstrike-Map seiner Schule erstellt hat. Er wurde des Weiteren ohne Gerichtsverfahren in Sicherheitsverwahrung gesteckt und ist von seiner Schule verwiesen worden. Zum Glück wusste niemand an meiner Schule, dass ich in der sechsten Klasse mal den C64-Klassiker Teacher-Busters gespielt habe …

Jedoch ärgert mich die Berichterstattung der Medien immer öfter – vor allem die unqualifizierten Bemerkungen mancher Provinz-Politiker, die sich anhand dieses Themas medial in den Vordergrund spielen wollen. Oder dieses Beispiel einer Berichterstattung des „Spaßsenders“ Fox news.

Hier nun mal einige Fakten bezüglich dem Zusammenhang von Schulmassakern und gewalttätigen Computerspielen: (mehr …)

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Der David-Golitah-Effekt 3. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Journalismus / Neue Medien.
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Ein junger Informatik-Student aus Ecuador veröffentlicht in seinem Blog den Code zum Knacken des Kopierschutzes von HD-DVDs und Blu-Ray-Discs. Wie er behauptet, um die Silberlinge auch auf seinem Linux-Rechner ansehen zu können. Die Story reicht er auf der Community-News-Seite digg.com ein und löst damit einen Lösch-Repost-Kleinkrieg zwischen den Betreibern von digg.com und seiner Community aus (detailliert hier nachzulesen). Infolgedessen knickt der Gründer Kevin Rose ein und gibt ob der genialen Guerillia-PR triumphierend resigniert bekannt, dass der Code aufgrund der Macht der Community ab sofort nicht mehr gelöscht wird:

„We hear you, and effective immediately we won’t delete stories or comments containing the code and will deal with whatever the consequences might be. If we lose, then what the hell, at least we died trying.“ Kevin Rose

Das erinnert mich irgendwie an Mel Gibson auf der Folterbank in Braveheart. Als er trotz übelster Folter kurz vor dem Tod noch einmal „Freiiiiiiheit“ brüllt, statt sich den englischen Besatzern unterzuordnen. (mehr …)

Politische Partizipation 2.0? 2. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Politik 2.0.
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Welche neuen Möglichkeiten politischer Partizipation eröffnet das Web 2.0? In Deutschland muss man bisher leider sagen: reichlich wenige! Mal abgesehen von Projekten wie „Die Gesellschafter“ oder dem „Gruenes Wiki“ (das schon wieder offline zu sein scheint) gab es da bisher recht wenig. Dabei scheint es so selbstverständlich, das Potenzial, das 80 Millionen vernetzte Gehirne bieten, auch auszuschöpfen. „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben“ ist die Frage, die die Gesellschafter stellen – statt die Frage von Parteiprogrammen stellvertretend für uns alle beantworten zu lassen.

Moment mal! Parteiprogramme? lassen sich diese nicht auch basisdemokratisch mit den Mitteln des Web 2.0 erstellen? Auf diesen Trichter scheint nun die SPD gekommen zu sein, die mit der „Programmwerkstatt“ tatsächlich als erste Partei dazu aufruft, aktiv an einem neuen Grundsatzprogramm mitzuarbeiten. Thomas Pleil hat sich das Tool angesehen und fragt sich sogleich im Textdepot, warum bisher nur so wenige „Webdemokraten“ an der Aktion teilgenommen haben. Auf zur Zeit gerade mal 21 Bewertungen bringen es die meistbewerteten Thesen, die basisdemokratisch vom Webvolk eingebracht wurden (jetzt 22, nachdem ich der These von Nico Lumma zugestimmt habe ;)). Bei dem Potenzial, dass dieses Prinzip meiner Meinung nach bietet, werde ich auf jeden Fall dran bleiben.

Friedensmacht (neue) Medien? 2. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Arbeitswelt / Online-PR, Journalismus / Neue Medien, Politik 2.0.
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Watchblogs gewinnen in suppressiven Staaten zunehmend an Bedeutung. Das Internet lässt sich auch in den despotischsten Regimes nicht uneingeschränkt unterdrücken. Im Einparteienstaat China versucht die Regierung beispielsweise, den aus dem Boden sprudelnden Weblogs Herr zu werden. Über 100 Millionen Blogs existieren bereits im Reich der Mitte. Die meisten sind relativ harmlos, beschäftigen sich mit Privatem, Alltag, sublimer Erotik – aber auch teilweise mit versteckter Systemkritik.

„Die chinesische Führung versucht das Internet mit elektronischen Filtern zu zensieren. Beim Aufrufen gesperrter Websites taucht eine Fehlermeldung auf. Doch wer sich sich die Filter umgehen lassen. [Anm.: O-Ton Stern!] Auch Blogs sollen jetzt an die Kandare genommen werden. Eine neue Regelung ist in der Diskussion, wonach sich Blogger mit ihrem wirklichen Namen registrieren lassen müssten. Trotzdem: Im Internetzeitalter haben die Chinesen Zugang zu so viel Informationen wie nie zuvor in ihrer Geschichte.“ (www.stern.de)

Die pure Masse stellt für die KP ein Problem dar. Das greift der Stern mit „Blogrepublik China“ in der Webausgabe als Auftakt zur neuen Serie „Wie das Internet China verändert“ auf.

In den meisten anderen Staaten sind neue Medien allerdings noch lange nicht so verbreitet. Doch bin ich heute auf ein interessantes Projekt gestoßen: (mehr …)

Ungewollte Datenverbreitung stoppen! 2. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Das muss ich loswerden.
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Gerade habe ich wieder einmal einen sehr seltsamen Anruf erhalten: Als „Zentrale Krankenkasse“ meldet sich eine Dame in leicht ost-europäischem Akzent an meinem Handy. Ich bin kurz etwas erstaunt, denke mir aber, es hat mit Sicherheit mit meinem im August auslaufenden Studentenstatus zu tun. Wahrscheinlich wird man mir sagen, dass ich meine Exmatrikulationsunterlagen irgendwo hinschicken muss …

Aber Moment mal, seit wann haben wir eine „Zentrale Krankenkasse“? Ich bin doch wie tausende andere in einer BKK, mit der ich zwar weder räumlich noch beruflich irgendetwas zu tun habe, die aber einfach einmal die billigste war, als ich die gesetzliche Kasse das letzte mal gewechselt habe. Etwas irritiert frage ich nach, was denn der Zweck des Anrufs ist … (mehr …)

Hype der virtuellen Welt? 1. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Private Netzwelten.
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„Wenn ich auf meinem Totenbett liege, werde ich kaum sagen: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit damit verbracht, auf meinem Arsch zu sitzen und auf Pixel zu starren.“

Dieses Zitat stammt von Neal Stephenson, dem Namensgeber der Alter Egos, die zu Millionen die unterschiedlichsten virtuellen Welten bereisen. „Avatar“ ist der Begriff, der das grafische Ebenbild von realen Personen in eben diesen Welten beschreibt. Geprägt hat Stephenson den Begriff 1992 in seinem Roman „Snow Crash“. In der Netzzeitung findet sich ein interessantes Interview mit ihm.

Begeistert ist Stephenson von dem Hype um virtuelle Welten, wie man dem Zitat entnehmen kann eher weniger. Die dreidimensionalen Welten, die er in „Snow Crash“ heraufbeschwört sind als Zukunftsprognose gescheitert. Was heute als dreidimensionale Welten propagiert wird, ist in Wirklichkeit auch nur zweidimensional, da es nun einmal auf einem zweidimensionalen Monitor abgebildet wird. Die Cyberpunk-Utopien der Neunziger Jahre mit Datenhelmen und -handschuhen sind für den Starautor Marotten, die sich nicht realisieren werden. Denn der Hauptgrund für den Erfolg des Web 2.0 ist dessen Einfachheit: (mehr …)

Wohin die Reise geht … 30. April 2007

Posted by Daniel Kömpel in Grundlegendes, In eigener Sache.
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Meiner Diplomarbeit liegt die These zugrunde, dass Bildung und Informationsfreiheit entscheidende Faktoren sind, um Demokratisierungsprozesse auszulösen bzw. zwingende Voraussetzung, um Demokratien zu erhalten. Ich bin daher überzeugt: Dem Internet als schnellstwachsendem Medium aller Zeiten mit grundlegend demokratischer Grundstruktur wohnt das Potenzial inne, diese Prozesse maßgeblich zu beeinflussen. Doch nicht nur auf dem politischen Feld eröffnet das Prinzip des freien Informationsaustauschs neue Möglichkeiten für das gesellschaftliche Zusammenleben:

Auch im privaten Bereich, der Medienwelt und im Berufsleben ergeben sich gewaltige Umschichtungen. Das Internet verändert die Art, wie wir einkaufen, nach Jobs und Partnern suchen, uns austauschen, unsere Freizeit gestalten. Einfach alles. Und das bereits in weniger als einer halben Generation. Dies gilt insbesondere für die unter Web 2.0 zusammengefasste Veränderung von eindirektionaler zur multidirektionalen Kommunikation.

Erfüllt sich also Brechts Traum vom grunddemokratischen Kommunikationsapparat knapp 80 Jahre nach dessen Formulierung? Oder gibt es eine systemimmanente Überbewertung von Social Software? Welche Gefahren entstehen durch diesen Trend?

Dieser Blog soll Meinungen und Ideen sammeln von Menschen, die sich für das Gebiet interessieren (und sich im Idealfall auch damit auskennen). www.thewebsociety.de wird sowohl Aspekte meiner Diplomarbeit, als auch tagesaktuelle Themen aufgreifen und hoffentlich einen lebhaften Diskurs entfachen, der gleichzeitig die Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit durch Blogs exemplarisch darstellen soll. In diesem Sinn hoffe ich auf eure rege Teilnahme und danke schonmal – optimistisch gestimmt – im Vorfeld.