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Ungewollte Datenverbreitung stoppen! 2. Mai 2007

Posted by Daniel Kömpel in Aktuelles, Das muss ich loswerden.
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Gerade habe ich wieder einmal einen sehr seltsamen Anruf erhalten: Als „Zentrale Krankenkasse“ meldet sich eine Dame in leicht ost-europäischem Akzent an meinem Handy. Ich bin kurz etwas erstaunt, denke mir aber, es hat mit Sicherheit mit meinem im August auslaufenden Studentenstatus zu tun. Wahrscheinlich wird man mir sagen, dass ich meine Exmatrikulationsunterlagen irgendwo hinschicken muss …

Aber Moment mal, seit wann haben wir eine „Zentrale Krankenkasse“? Ich bin doch wie tausende andere in einer BKK, mit der ich zwar weder räumlich noch beruflich irgendetwas zu tun habe, die aber einfach einmal die billigste war, als ich die gesetzliche Kasse das letzte mal gewechselt habe. Etwas irritiert frage ich nach, was denn der Zweck des Anrufs ist …

Man wolle mich über die Vorzüge einer privaten Krankenversicherung aufklären und mir Angebote unterbreiten. Außerdem will man weitere Kontaktdaten, wie Postanschrift etc. von mir. Also nur ein weiterer illegaler Werbeanruf – ein so genannter Cold Call. Nachdem ich der Dame mitteile, dass ihr Anruf illegal ist, da wir nie eine bestehende Geschäftsbeziehung hatten, kommt der Standardspruch, ich hätte irgendwo, irgendwann meine schriftliche Einverständniserklärung erteilt und meine Daten zur Weitergabe an Dritte freigegeben. Wann und wo das gewesen sein soll, kann sie mir natürlich nicht sagen.

Im Grunde weiß sie ja selbst, dass das Humbug ist. Ich achte darauf, derartige Einwilligungen niemals zu erteilen. Seltsam auch, dass sie offenbar lediglich meine (im Telefonbuch eingetragene) Handynummer hat, die restlichen Adressdaten aber von mir haben will.

Das Gespräch ist dann auch ziemlich schnell zu Ende. Glücklicherweise wurde die Telefonnummer mit übermittelt. Nach einem Rückruf (natürlich ein Call-Center) finde ich heraus, dass es sich bei dem Versicherungsanbieter in Wirklichkeit um die Central Krankenversicherung handelt. Ein Tochterunternehmen der AMB Generali, die ihren Namen offensichtlich dafür ausnutzt, den Eindruck einer Behörde zu erwecken. Pfui – Generali.

Kurzerhand habe ich mich schlau gemacht, was man gegen diese Ruhestörung unternehmen kann – ich habe zwar drei Spam-Filter für meine Mails, aber für das Telefon gibt es so etwas ja leider noch nicht. Was also tun?

  • Sich kostenlos in der Robinsonliste eintragen lassen – diese Listen werden mit der Werbewirtschaft abgeglichen und sind laut Aussage der Verbraucherzentrale zuverlässig.
  • Sich an die jeweilige Landes-Verbraucherzentrale wenden. Hier werden Beschwerden gesammelt und entsprechende Klagen eingereicht. Interessant: Hier und hier.
  • Außerdem gibt es noch interessante Tipps im law blog von Udo Vetter.

Die Robinson-Liste scheint übrigens wirklich zu funktionieren: Ich habe jetzt seit 20 Minuten keinen Werbeanruf erhalten ;)

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